All inclusive?!?

26b1986d73347beddd7ce3747d6a1d2b?s=47 KatrinRabow
November 18, 2020

All inclusive?!?

Talk about genderneutral language in regard to software engineering teams.
(German)

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KatrinRabow

November 18, 2020
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Transcript

  1. @Katrin Rabow ALL INCLUSIVE?!? @KatrinRabow

  2. @Katrin Rabow Disclaimer Fokus auf gendergerechter Sprache Out of scope

    dieses Vortrags: Diversgeschlechtliche Personen mit nichtbinärer Geschlechtsidentität Rassismus Behinderungen Einfache Sprache
  3. @Katrin Rabow Entwickler*innen Entwickler.innen Entwickler(innen) Entwickler:innen

  4. @Katrin Rabow Gender Sexus = biologisches Geschlecht Gender = (soziales)

    Geschlecht, dem man sich zugehörig fühlt
  5. @Katrin Rabow Doing gender Geschlechtskonformes Verhalten und Sprache - Make-up

    benutzen - Tür aufhalten - Heiratsantrag machen - Ehenamen annehmen Körperliche Unterschiede sind nicht groß genug, um die gesellschaftlichen Unterschiede zu bedingen
  6. @Katrin Rabow

  7. @Katrin Rabow

  8. @Katrin Rabow Generisches Maskulinum Die männliche Form bei Personenbezeichnungen wird

    genutzt - für Gruppen aus Personen unterschiedlichen Geschlechts - als unspezifische Bezeichnung, wenn das Geschlecht nicht relevant ist.
  9. @Katrin Rabow Wer ist hier gemeint? Männer? Frauen? Alle? Die

    Fortbildung ist für alle Führungskräfte geeignet. Beim Review sind alle Stakeholder willkommen. Alle Entwickler treffen sich heute Abend noch zu Pizza und Bier.
  10. @Katrin Rabow Mentales Modell Mentale Repräsentation eines in einem Text

    beschriebenen Gegenstands oder einer Person Inneres Bild des Gehörten oder Gelesenen
  11. @Katrin Rabow Male Bias Männerzentrierte Interpretation von Lebenszusammenhängen und Sozialisationsbedingungen

    => Wir haben als mentales Modell männliche Personen vor Augen Kann im Deutschen dadurch entstehen, dass eine als generisches Maskulinum intendierte Formulierung als spezifisches Maskulinum interpretiert wird
  12. @Katrin Rabow Gygax et al. (2008) Sterotypizitätseffekt bei englischen Versuchspersonen

    („typisch männlich“ vs. „typisch weiblich“) Effekt verschwand bei deutschen und französischen Versuchspersonen Stattdessen signifikanter Effekt des grammatischen Geschlechts Im deutschen klar schnellere Reaktionszeiten bei einer männlichen Fortführung nach dem generischen Maskulinum
  13. @Katrin Rabow Stahlberg & Sczesny (2001) Auf die Frage nach

    berühmten Personen aus bestimmten Berufsgruppen wurden relativ mehr Frauen genannt, wenn in der Frage die Beidnennung genutzt wurde (= Politikerin und Politiker, Schriftsteller und Schriftstellerin) statt des generischen Maskulinums (= Politiker, Schriftsteller)
  14. @Katrin Rabow Und was machen wir jetzt im Team damit?

    Ansprechen Nachfragen Hinterfragen Im täglichen Miteinander Beim Schreiben von Dokumentationen, Briefen, Mails Beim UX-Design
  15. @Katrin Rabow Denylist Mädchen für alles Manpower Milchmädchenrechnung Otto Normalverbraucher

    Muttersprache Schwarzmalerei Trivial, einfach, selbsterklärend
  16. @Katrin Rabow Ersetzungen Experten Manntage Anwender Benutzerfreundlich Benutzerverwaltung Projektleiter Kollege

    Jeder Nutzerhandbuch Fachleute Personentage Nutzende; Personen, die x anwenden Benutzungsfreundlich Kontoverwaltung Projektleitung Teammitglied Alle Nutzungshandbuch
  17. @Katrin Rabow Die Lösung: Englisch??? Scrum Master Product Owner User

    Client Customer Developer
  18. @Katrin Rabow Exkurs: Inklusives UX-Design Bilder mit Bedacht wählen Auf

    Anrede (z.B. im Kontaktformular) verzichten oder offen gestalten; Nutzende fragen, welche Anrede sie wünschen Nicht-binäre Kategorien nutzen (Bsp. Webshop) Keine Technologien verwenden, die bestimmte Personen ausschließen Bedachtsamer Umgang mit (Sprach-) AssistentInnen Diverse Personas (or Persona Spectrum) nutzen Möglichst viele unterschiedliche Leute reviewen lassen
  19. @Katrin Rabow Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter + Frauen und Männer werden

    gleichermaßen explizit angesprochen - Texte werden lang Vor- und Nachteile verschiedener Schreibweisen Doppelnennung
  20. @Katrin Rabow ArchitektInnen + Frauen und Männer werden angesprochen +

    weibliche Form wird explizit mitgelesen - Betonung in der gesprochenen Sprache nicht eindeutig geregelt Vor- und Nachteile verschiedener Schreibweisen Binnen-I-Variante
  21. @Katrin Rabow Abteilungsleiter*innen + auch Menschen, die sich keinem Geschlecht

    zuordnen, werden angesprochen - Probleme bei Textverarbeitung, Suche, Links - grammatikalische Schwierigkeiten können entstehen (Bsp.: Legen Sie die Anträge bitte den zuständigen Abteilungsleiter*innen vor.) Vor- und Nachteile verschiedener Schreibweisen Gendersternchen
  22. @Katrin Rabow Forschende und Fachkräfte + alle Geschlechter sind gemeint

    + Begriffe haben sich teilweise bereits etabliert (Bsp. Studierende) - Manche Begriffe sind erstmal ungewohnt (Bsp. Auftraggebende) Vor- und Nachteile verschiedener Schreibweisen Neutrale Schreibweise
  23. @Katrin Rabow Lehrerinnen müssen monatliche drei Pausenaufsichten übernehmen. Lehrer müssen

    in den Pausenzeiten stets für Gespräche mit Schülerinnen zur Verfügung stehen. + Frauen werden explizit genannt - unklar bleibt, wann tatsächlich nur Menschen eines bestimmten Geschlechts gemeint sind Vor- und Nachteile verschiedener Schreibweisen Abwechselnde Benutzung männliche/weibliche Form
  24. @Katrin Rabow Programmierer(innen) + die weibliche Form wird mit einbezogen

    - die weibliche Form wird weggeklammert, erscheint als weniger wichtig Vor- und Nachteile verschiedener Schreibweisen Einklammerung
  25. @Katrin Rabow Gegenargumente Das ist so umständlich Dafür aber VERständlich,

    z.B. ob Frauen zum „Fest für alle Mitarbeiter“ eingeladen sind
  26. @Katrin Rabow Gegenargumente Die Texte sind schwerer zu lesen, weniger

    verständlich Braun et al. haben das schon 2007 widerlegt
  27. @Katrin Rabow Gegenargumente Wir können doch jetzt nicht unsere ganze

    Sprache ändern! Sprache ändert sich laufend. Und Sprache schafft Bewusstsein!
  28. @Katrin Rabow Vielen Dank! #followme @KatrinRabow

  29. @Katrin Rabow Wie wende ich das *Gendersternchen an? Artikel und

    Pronomen der Chef → der*die Chef*in sein Hund → sein*ihr Hund oder ihr*sein Hund Er ist teamfähig. → Er*sie ist teamfähig. Bei unterschiedlichem Wortstamm Arzt → Ärzt*innen oder Ärztin*Arzt Anwalt → Anwält*in oder Anwalt*Anwältin
  30. @Katrin Rabow Quellen Diewald, G. & Steinhauer, A. (ed.) ([2017]).

    Richtig gendern : wie Sie angemessen und verständlich schreiben. Kotthoff, H., Nübling, D. & Schmidt, C. (ed.) ([2018]). Genderlinguistik : eine Einführung in Sprache, Gespräch und Geschlecht. Tübingen: Narr Francke Attempto. Braun, Friederike et al. (2007): Aus Gründen der Verständlichkeit…: Der Einfluss generisch maskuliner und alternativer Personenbezeichnungen auf die kognitive Verarbeitung von Texten. In: Psychologische Rundschau, 58 (3), S.183-189. Goffman, E. (1976). Gender display. In Gender advertisements (pp. 1-9). Palgrave, London. Gygax, P., Gabriel, U., Sarrasin, O., Garnham, A., & Oakhill, J. (2008). There is no generic masculine in French and German: When beauticians, musicians and mechanics are all men. Université de Fribourg. Sczesny, Sabine/Stahlberg, Dagmar (2001): Effekte des generischen Maskulinums und alternativer Sprachformen auf den gedanklichen Einbezug von Frauen. In: Psychologische Rundschau, 52 (3), S. 131-140. https://geschicktgendern.de/ - ein Genderwörterbuch