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Die_Familie___primäre_Sozialisationsinstanz.pdf

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October 12, 2026
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  1. SoWi EF · Sozialisationsinstanzen Die Familie die primäre Sozialisationsinstanz Leitfrage

    Ist die Mutter in der frühen Kindheit unersetzlich? Gruppe 1 · Familie und Elternhaus Präsentiert von Lasse, Linus, Marius, Noah, Piet Individuum und Gesellschaft · Einführungsphase
  2. Überblick Unser Weg durch das Thema 1 2 3 4

    5 Grundlagen Gestern und heute Wie Familie prägt Wer kümmert sich? Grenzen und Fazit Wandel, Aufgaben und Vielfalt der Familie Bindung als Fundament Fallbeispiel, Kontroverse und Zahlen Wenn Familie verletzt – und unser Urteil Primäre Sozialisation und Steckbrief Familie Roter Faden: Ist die Mutter in der frühen Kindheit unersetzlich? Die Familie – primäre Sozialisationsinstanz 02
  3. 1 · Grundlagen Was heißt primäre Sozialisation?   

    Sozialisation heißt: Wir lernen die Werte, Normen und Rollen unserer Gesellschaft. Primär = die erste und prägendste Phase – in der Familie. Was das Kind hier lernt     Sprache Urvertrauen Werte, Normen Rollen Kinder sind dabei aktiv – sie verarbeiten ihre Umwelt selbst (Hurrelmann). Primär Familie Sekundär Kita, Schule, Peers, Medien Tertiär Beruf Quellen: Schubert/Klein (2020): Das Politiklexikon, bpb · Bauer/Hurrelmann (2021), vgl. SoWi 15, M2 03
  4. 1 · Grundlagen Steckbrief: Familie als Instanz  Wer? 

    Wann?  Was wird gelernt? Eltern, Geschwister, Großeltern – in vielen Formen: Ehe, Lebensgemeinschaft, Alleinerziehende, Patchwork Ab der Geburt, am stärksten in der frühen Kindheit – wirkt aber ein Leben lang nach Sprache, Urvertrauen, Werte und Normen, Rollenbilder, Umgangsformen    Wie? Durch Bindung, Vorbild und Nachahmung, Regeln und Gespräche – meist ungeplant im Alltag Besonderheit Nicht frei gewählt, emotional am engsten, zeitlich die erste Instanz – sie legt die Basis für alle späteren Quellen: Bauer/Hurrelmann (2021), vgl. SoWi 15, M2 · DZHW Brief 02/2024 (Bildungstrichter) Herkunft prägt Chancen Von 100 Kindern aus Akademikerfamilien beginnen 78 ein Studium – aus NichtAkademikerfamilien nur 25. 04
  5. 2 · Gestern und heute Von der Großfamilie zur Kleinfamilie

       Bis ins 19. Jahrhundert: Großfamilie Viele Verwandte und mehrere Generationen unter einem Dach: Leben und Arbeiten, Haushalt, Kochen, Erziehen, Bilden, Pflegen und Versorgen – alles fand in der Familie statt. ab 1850 Arbeit → Betrieb Bildung → Kita, Schule Güter → Fabrik Heute: Kleinfamilie Mit der Industrialisierung wandern Funktionen aus. Übrig bleibt eine „sensible Gemeinschaft“ für Zugehörigkeit, Anerkennung und Zuwendung. „Die Familie ist zu einer reinen Sozialisationsinstanz geworden.“ Quelle: Bauer/Hurrelmann (2021): Einführung in die Sozialisationstheorie, S. 214 ff. – SoWi 15, M2 Bauer/Hurrelmann 2021 05
  6. 2 · Gestern und heute Was Familie heute leistet 

    Emotionale Heimat Familie ist an keine Form gebunden Familie erfüllt Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, Anerkennung und Zuwendung – ein Ort mit starker Personenorientierung, Privatheit und Intimität. Nicht Ehe, Geschlecht der Eltern oder biologische Abstammung machen Familie aus – sondern Zugehörigkeit, Zuwendung und Schutz.  Rollen lernen Familien mit minderjährigen Kindern Vater und Sohn, Mutter und Tochter: Über diese Beziehungen werden Geschlechterrollen weitergegeben – und damit auch Stereotype. 1996  2025 1996 2025 Ordnung der Generationen Ehepaare 81,3 % 68,9 % „Elternsystem“ und „Kindersystem“ stehen sich gegenüber: Die Eltern prägen Umgangsformen und Regeln des Familienlebens. Lebensgemeinschaften 4,8 % 11,7 % Alleinerziehende 13,8 % 19,4 % Quellen: Bauer/Hurrelmann (2021), SoWi 15, M2 · Destatis, Mikrozensus: Familien nach Lebensform 06
  7. 3 · Wie Familie prägt Bindung: Sicherheit als Startrampe 1

    Signal Wer kann Bezugsperson sein? Kind weint, ruft, klammert, folgt Mutter 4 Erkunden 2 Antwort Mit sicherer Basis erkundet es die Welt Bezugsperson tröstet, nimmt auf den Arm, beruhigt sichere Bindung 3 Vertrauen Kind erlebt: Auf diese Person ist Verlass Vater Großeltern Tageseltern, Kita Entscheidend ist nicht die Biologie, sondern Verlässlichkeit und Feinfühligkeit. Schon Bowlby beobachtete: Mit 18 Monaten hatten nur 13 % der Kinder eine einzige Bindungsperson – meist gibt es mehrere, in einer Rangfolge. BZgA: „vorrangig Mutter und Vater“ – nicht nur die Mutter! Quellen: BZgA, kindergesundheit-info.de · Suess (2011): Missverständnisse über Bindungstheorie, DJI, S. 16 07
  8. 4 · Wer kümmert sich? · Fallbeispiel Familie Schwesig: Wer

    kümmert sich? Wie die Öffentlichkeit urteilt „Rabenmutter!“ „Egoistin!“ „Weichei!“ Beschimpfungen in sozialen Medien, Skepsis im Umfeld „Väter, die sich Zeit für ihre Kinder nehmen, sind keine Schwächlinge, sondern starke Männer.“ Zuspruch – auch von seinem Arbeitgeber Sie · Berlin Er · Schwerin Familienministerin, kurz nach Julias Geburt (2016) zurück im Amt. Mittwochnachmittag, Homeoffice-Tag und Sonntag gehören der Familie. Ein ganzes Jahr Elternzeit – wie schon 2007 bei Sohn Julian. Sein Betrieb half bei der Vorbereitung. Hintergrund DDR: 1989 gab es für ≈ 80 % der unter 3-Jährigen einen Krippenplatz. Heute: U3-Betreuung Ost 55 % vs. West 35 % (2025). „Ein Vater ist nicht eine Mutter zweiter Klasse.“ Manuela Schwesig Quellen: Schwesig-Interview, tagesspiegel.de, 07.05.2016 · Hank/Tillmann/Wagner, MPIDR 2001 · Destatis 2025 08
  9. 4 · Kontroverse · Position 1 4 · Kontroverse ·

    Position 2 Ja – die Mutter ist unersetzlich Nein – beide sind gleich wichtig Alina Bronsky · Autorin, vier Kinder · Spiegel 2016 Rudi Novotny · Journalist · DIE ZEIT 2017 „Die Mutter ist nicht nur eine von vielen Bezugspersonen, sondern in der Regel die wichtigste.“ „Beide Eltern können Innigkeit geben und sind auch gleich wichtig.“ 1 2 3 Mütter sind für Kinder und deren Wohlbefinden unersetzlich – man darf sie nicht hindern, da zu sein. Neue Norm „Mama an den Arbeitsplatz“: Die Politik verkaufe Wirtschaftsinteressen als Fürsorge. vs. 1 Väterforscher Michael Lamb: Beide Eltern sind gleich wichtig – nur stillen können Männer nicht. 2 Ein halbes Jahr Muttermilch genüge (Verweis auf die WHO) – danach bliebe Elternzeit für den Vater. 3 Rollen sind „hausgemacht“: Viele Mütter wollen selbst zu Hause bleiben, Väter fürchten den „Karriereknick“. Ein Feminismus nur für berufstätige Frauen sei „frauenfeindlich“ – Muttersein als freie Wahl. Quellen: Bronsky-Interview, spiegel.de, 13.03.2016 · Novotny: Elternzeit – Die Schuld der Mütter, DIE ZEIT 34/2017 09
  10. 4 · Wer kümmert sich? · Zahlen Wer kümmert sich

    tatsächlich? Elterngeld: geplante Monate 2025 1 Kästchen = 1 Monat Mütter 14,9 Monate Väter 3,8 Monate Gender Care Gap 2022 44,3 % mehr unbezahlte Sorgearbeit von Frauen – rund 30 statt 21 Std. pro Woche Faire Aufteilung? 14 % Wer bezieht überhaupt Elterngeld? Gewünscht von 60 % der Eltern mit Kindern unter 3 – umgesetzt nur von 14 % Anteil der Kinder des Jahrgangs 2023 98,4 % 46,4 % mit Elterngeld der Mutter mit Elterngeld des Vaters 70 % Wunsch der Mutter prägt bei 70 % der Paare die Aufteilung – ihr Beruf nur bei 36 % Fast jeder 5. Vater verzichtet aus Angst auf Elternzeit. Quellen: Destatis (Elterngeld 2025, Jahrgang 2023, Zeitverwendung 2022) · Väterreport und Allensbach 2015, nach Novotny 2017 10
  11. 5 · Grenzen der Familie Wenn Familie verletzt – oder

    fehlt Nicht in der eigenen Familie · 2022 Verbale Gewalt „Stell dich nicht so an!“ „Du bist dumm!“ 121.000 86.000 junge Menschen in Heimen Ständiges Anschreien verändert das Gehirn: Die „Bedrohungs-Schaltung“ wird überaktiv. Angst § Depression Beziehungsprobleme § 1631 BGB: Kinder haben ein Recht auf Erziehung ohne Gewalt, körperliche Strafen und seelische Verletzungen. in Pflegefamilien Hauptgründe für eine neue Unterbringung Bezugsperson verloren* 25 % Kindeswohlgefährdung 17 % eingeschränkte Erziehungskompetenz 13 % 50 % der Betroffenen kommen aus Ein-Eltern-Familien Quellen: Martens, watson.de 2025 · Globus 16594/Destatis · § 1631 BGB · * z. B. Krankheit, unbegleitete Einreise 11
  12. 5 · Fazit Unersetzlich ist nicht „die Mutter“ – sondern

    verlässliche Bindung. Biologisch Psychologisch Gesellschaftlich Was nur Mütter können Bindung ist teilbar Rollen sind gemacht Schwangerschaft, Geburt, Stillen – hier ist die Mutter nicht zu ersetzen (WHO: 6 Monate ausschließlich stillen). Mutter, Vater und weitere Bezugspersonen können Sicherheit geben – entscheidend sind Verlässlichkeit und Feinfühligkeit. Normen, Elternzeit und Kita-Angebote prägen, wer sich kümmert – das zeigen Fall Schwesig, Zahlen und Ost-West-Vergleich. Im Vergleich der Instanzen: Die Familie ist die erste, emotional engste und am längsten wirkende – Kita, Schule, Peers, Beruf und Medien bauen auf ihr auf. Unser Vorschlag: echte Wahlfreiheit – für Mütter und Väter. Und ihr? Wer sollte in den ersten Lebensjahren für das Kind da sein – und wer entscheidet das?
  13. Quellen I Unterrichtsmaterial Schulbuch: Baumann, J./Binke-Orth, B./Lindner, N./Orth, G./Ott, S.

    (2021): Sowi NRW. Einführungsphase. Bamberg: C.C. Buchner, S. 52–55. M7: Schwesig, M. im Interview mit C. Eubel und H. Monath: „Ich wurde als Rabenmutter und Egoistin beschimpft“, tagesspiegel.de, 07.05.2016. M8: BZgA: Bindung – Streben nach Sicherheit und Geborgenheit, kindergesundheit-info.de (Abruf 11.01.2018). M9: Bronsky, A. im Interview mit A. Clauß und M. Feldenkirchen: „Sich Hausfrau zu nennen, hat etwas Revolutionäres“, spiegel.de, 13.03.2016. M10: Novotny, R.: Elternzeit – Die Schuld der Mütter. In: DIE ZEIT, Nr. 34/2017, S. 57. SoWi 15, M2: Bauer, U./Hurrelmann, K. (2021): Einführung in die Sozialisationstheorie. 14. Aufl. Weinheim: Beltz, S. 214–219. In: Detjen, J. u. a. (2026): Blickpunkt Sozialwissenschaften. Einführungsphase. Braunschweig: Westermann, S. 192 f. SoWi 15, M3: Martens, K.: Verbale Gewalt, watson.de, 28.04.2025, https://www.watson.de/leben/gesundheit-psyche/628440270erziehung-gefaehrliche-folgen-von-schreien-und-schimpfenfuer-kinder . In: Frintrop-Bechthold, D. (2026): Politik, Gesellschaft, Wirtschaft. Einführungsphase. Braunschweig: Westermann, S. 248 f. Grafik: Globus 16594 „Nicht in der eigenen Familie“, Quelle: Statistisches Bundesamt (ebd.).
  14. Quellen II Eigene Recherche alle Links abgerufen am 05.10.2026 bpb

    (2020): Politiklexikon, „Sozialisation“ – https://www.bpb.de/kurzknapp/lexika/politiklexikon/18233/sozialisation/ Destatis (2025): Kindertagesbetreuung – https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/10/PD2 5_392_225.html Suess (2011): Missverständnisse über Bindungstheorie, DJI – https://www.weiterbildungsinitiative.de/fileadmin/Redaktion/Publika tionen/WiFF_Expertise_Nr._14_Gerhard_J._Suess_Missverstaendnisse _ueber_Bindungstheorie.pdf BMFSFJ (2022): Monitor Familienforschung Nr. 44 – https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/198762/3ffb71ba91a5228 bca7d2b409784ff13/mff-familienpolitik-ost-west-data.pdf Destatis (2026): Elterngeld 2025 – https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD2 6_136_22922.html Destatis: Elterngeld, Geburtsjahrgang 2023 – https://www.destatis.de/DE/Themen/GesellschaftUmwelt/Soziales/Elterngeld/geburten.html Destatis (2024): Gender Care Gap 2022 – https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/02/PD2 4_073_63991.html Destatis: Familien nach Lebensform – https://www.destatis.de/DE/Themen/GesellschaftUmwelt/Bevoelkerung/HaushalteFamilien/Tabellen/2-8-lr-familien.html Hank/Tillmann/Wagner (2001), MPIDR: Kinderbetreuung in Ostdeutschland – https://www.demogr.mpg.de/publications/files/403_1011876603_1_Wo rking%20Paper%20Version.pdf DZHW (2024): Bildungstrichter – https://www.dzhw.eu/services/meldungen/detail?pm_id=1640 McCrory (2025), UCL: https://www.ucl.ac.uk/news/2025/apr/opinionive-seen-impact-harsh-words-childrens-brains-weneed-prevent-verbal-abuse § 1631 BGB: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1631.html WHO: Breastfeeding – https://www.who.int/health-topics/breastfeeding Bildungsserver: Rechtsanspruch U3 – https://www.bildungsserver.de/elementarbildung/rechtsanspruchauf-kindertagesbetreuung-1850-de.html