im Fachbereich Kommunikation an der FOM Hochschule in Frankfurt/Main. Darüberhinaus bin ich als Trainer, Redner und Coach tätig. Ich wünsche Ihnen viele Einsichten und Erkenntnisse! Ihr Martin-Niels Däfler
besser zu verstehen als nominal formulierte. Das heißt: „planen“ ist verständlicher als „einen Plan durchführen“. Und „eine Buchung vornehmen“ lässt sich einfacher und kürzer mit „buchen“ sagen. Der Nominalstil heißt so, weil Hauptwörter (Nomen) und „Streckverben“ verwendet werden, anstatt einfach nur ein Verb zu benutzen. Der Nominalstil ist meistens an der Endung „ung“ beim Substantiv zu erkennen, zum Beispiel Durch- führung, Prüfung, Planung, Errichtung … 1
zu verstehen als passiv formulierte. Zudem wird beim Passiv der Handelnde beziehungsweise der Verantwortliche nicht genannt. Dazu ein Beispiel: „Die Rechnung wird Ihnen zugesandt“ ist passiv und unklar. Wer schickt die Rechnung? Besser ist: „Wir senden Ihnen die Rechnung zu.“ 2
sind Anzeichen eines schlechten Stils. Dazu einige Beispiele: „Das lässt sich nicht auseinander- dividieren“ – „Das müssen wir proaktiv lösen“ – „In trockene Tücher bringen“ – „den Ball flach halten“. Genauso überflüssig sind hohle, nichtssagende Begriffe, wie etwa „flexibel“, „zielorientiert“, „teamorientiert“, „ergebnisorientiert“, „innovativ“, „relevant“, „effektiv“ oder „effizient“.
mehr Worte zu gebrauchen als erforderlich, um die reine Information zu vermitteln – sie verwenden Füllwörter. Leider ist dies auch bei geschriebenen Texten so. Wörter wie „nun“, „dann“, „also“, „jedoch“, „aber“, „natürlich“, „eigentlich“, „ein bisschen“, „wie gesagt“ oder „vielleicht“ lassen sich in der Schriftsprache oft ersatzlos streichen, ohne dass der Sinn des Textes verändert wird. Will man seinen Text jedoch bewusst der mündlichen Sprache annähern, dann ist es in Ordnung, gelegentlich Füllwörter zu benutzen. 4
signalisieren Zugehörigkeit zu einer Expertengruppe – dort sind sie auch willkommen, denn sie erleichtern die Kommunikation unter den „Eingeweihten“. Außerhalb solcher Expertengruppen sollten Fachwörter aber stets in verständliches Deutsch übersetzt werden. 5 Ähnliches gilt für Fremdwörter; diese sind nur dann eine Bereicherung, wenn Schreiber und Empfänger sie verstehen. Anglizismen sollten – in einem gleichbedeutenden Sinn – nur ver- wendet werden, wenn es keine passende deutsche Übersetzung gibt.
können Sie fast immer ersatzlos streichen, etwa: „Wir nehmen Bezug auf“ – „hiermit teilen wir Ihnen mit“ – „mit diesem Schreiben“. Gleiches gilt für leere Aussagen. Mit einem einfachen Trick lassen sich solche Passagen aufspüren: Sie können Leerformeln identifizieren, wenn Sie die Aussage verneinen. Ergibt sich aus der Verneinung eine Alternative, die überhaupt nicht in Betracht kommt, so ist die Aussage eine Plattheit und bietet keine Orientierung. Dazu ein Beispiel: „Organisieren Sie das Projekt gründ- lich!“ Verneinen Sie den Satz („Organisieren Sie das Projekt nicht gründlich!“), so wird klar: Das ist Quatsch und damit der Ausgangssatz inhaltslos.
verstan- den werden und darf deshalb nicht zu lang sein. Die ideale Satzlänge gibt es zwar nicht, dafür eine Faustregel: Sie sollten versuchen, in den meisten Sätzen mit maximal 15 Wörtern auszukommen. Das gelingt Ihnen meist schon, wenn Sie in einem Satz nur einen Gedanken bringen. Als Obergrenze gilt: Kein Satz sollte länger als zwei Zeilen sein. Passen Sie aber gleichzeitig auf, dass kein „Kasernenhofstil“ entsteht. Wechseln Sie daher zwischen kurzen und mäßig langen Sätzen.
in der Regel aus Subjekt (S), Prädikat (P) und Objekt (O); er beschreibt: Wer tut was? Ergänzungen werden in der Reihenfolge Zeit, Ort sowie Art und Weise genannt. Weichen Sie von diesem Standardsatzbau möglichst selten ab. 8 Sie können das Objekt mal nach vorne stellen, wenn Sie dieses besonders betonen wollen. Ansonsten erweisen Sie bitte dem Leser den Gefallen, und halten Sie sich an die Reihenfolge S-P-O.
tragen aber nichts zur Verständlichkeit bei. Wichtige Aussagen gehören in reine Hauptsätze ohne Nebensätze und Einschübe. Diese unterbrechen nämlich den Gedankengang, lenken den Leser ab und machen ihm Mühe, den Inhalt zu verstehen.
leichter ist es zu ver- stehen. An amerikanischen Drehbuchschulen wird deshalb den angehenden Autoren gelehrt: „Show, don’t tell!“ Frei übersetzt heißt das:„Mach es anschaulich.“ Für Texte jeder Art bedeutet dies: Vermeiden Sie unkonkrete, allgemeine Substantive, die oft auf -ung, -heit, -keit, -ät, -ion oder -ive enden, zum Beispiel Geldabwertung, Beschaffenheit, Lieferfähigkeit, Trivialität, Projektion oder Perspektive. Vermeiden Sie außerdem „hohle“ Substantive wie Gebiet, Bereich, Ebene, Umfeld, Sektor oder Raum.
lange, um eine verneinende Satzaussage zu verstehen als eine bejahende. Negative Formulierungen bewirken oft das Gegenteil des Beabsichtigten: Versuchen Sie mal, nicht an einen blauen Elefanten zu denken … Wenn Sie etwas negativ formulieren müssen, dann drücken Sie die Verneinungen mit Wörtern aus, die die Verneinung bereits beinhalten, also zum Beispiel „zweifeln“ (nicht glauben), „sich weigern“ (nicht tun), „selten“ (nicht oft), „hindern“ (nicht zulassen), „knapp“ (nicht genug) oder „falsch“ (nicht richtig).
kompliziert auszudrücken. „Zu diesem Zeitpunkt“ kann man durch „jetzt“ ersetzen und „ein Ding der Unmöglichkeit“ zu „unmöglich“ verkürzen, und aus „strenges Stillschweigen bewahren“ lässt sich einfach „schweigen“ machen. „In vollem Umfang“ ist nichts anderes als „ganz“, und „in Anbetracht“ heißt „wegen“.