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WBS AGFA - Lektion 1 - Regeln

WBS AGFA - Lektion 1 - Regeln

Willy Brandt Schule Warschau
Arbeitsgruppe Filmakademie (AGFA)
Lektion 1 - Regeln (Teilnehmerausgabe)
Links zu den besprochenen Videos:
Aufmerksamkeitsdefizit: https://www.youtube.com/watch?v=vJG698U2Mvo
Obdachlosen-Spot: https://vimeo.com/28611402
AnnenMayKantereit-Video: https://www.youtube.com/watch?v=KG9-jSqXz4U

Mit Ausnahme der Screenshots aus Filmen steht diese Präsentation unter folgender Creative Commons Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Die Präsentation ist öffentlich zugänglich und dient als Begleitmaterial für Bildungszwecke im Rahmen der AG-Filmakademie der WBS Warschau 2015/16. / This presentation is for educational purposes only.

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Jens Prausnitz

October 07, 2015
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Transcript

  1. WBS-AGFA Lektion 1: Filmakademie Regeln 07.10.2015

  2. None
  3. Wozu dienen Regeln? A. Um Fehler zu vermeiden B. Um

    neue Fehler zu machen C. Um bessere Fehler zu machen D. Um sich daran zu halten E. Um sie brechen zu können
  4. Wozu dienen Regeln? A. Um Fehler zu vermeiden B. Um

    neue Fehler zu machen C. Um bessere Fehler zu machen D. Um sich daran zu halten E. Um sie brechen zu können
  5. Regeln werden ständig gebrochen: • Technischer Fortschritt: s/w zu Farbe,

    Stummfilm/Tonfilm, Breitwand, 16mm, Digitalisierung, etc. (3D bleibt die Ausnahme dieser Regel) • andere Herangehensweise: z.B. Nouvelle Vague, New Hollywood, Neuer Deutscher Film, Italienischer Neorealismus … • Lust am Experiment und Pioniere: Powell und Pressburger, Chris Marker, Sidney Lumet, Alfred Hitchcock, usw. • alles nur denkbar Mögliche. Muss deswegen noch lange nicht “gut” sein.
  6. None
  7. Wozu Regeln tatsächlich da sind: • Um uns auf das

    Wesentliche, den Kern, das Nötigste zu beschränken, denn “weniger ist mehr” (24 fps, Farbpalette, Ausstattung, Schnitt, etc.) • Regeln machen uns kreativer, z.B. um Zensur zu umgehen • Sie geben uns einen Halt, wenn wir mal nicht weiter wissen. (vgl. Storyboard) • Regeln taugen nur dann etwas, wenn man sie hinterfragt.
  8. Darum gilt: 1. Sich mit bestehenden Regeln vertraut machen heißt

    immer sie auch zu hinterfragen, um herausfinden, welche man gut findet und welche nicht. 2. Davon ausgehend damit experimentieren, flexibel, neugierig und offen sein, eigene Wege gehen. Mal damit scheitern, mal nicht. 3. Sich eigene Regeln erarbeiten, denn sie werden euer ganz eigener Stil, eure Stimme sein.
  9. Darum gilt: Vorsicht!

  10. Gesetzliche Regelungen: • Copyright (aber: “fair use”) • Creative Commons

    • Public Domain • Datenschutz & Privatleben
  11. None
  12. Fehler sind dazu da um gemacht zu werden. Sie zu

    überwinden lernen ist Handwerkskunst. Keine Angst vor Fehlern.
  13. Beispiel “dogma 95” 1. Als Drehorte kommen ausschließlich Originalschauplätze in

    Frage, Requisiten dürfen nicht herbeigeschafft werden. 2. Musik kann im Film vorkommen (zum Beispiel als Spiel einer Band), darf aber nicht nachträglich eingespielt werden. 3. Zur Aufnahme dürfen ausschließlich Handkameras verwendet werden. 4. Die Aufnahme erfolgt in Farbe, künstliche Beleuchtung ist nicht akzeptabel. 5. Spezialeffekte und Filter sind verboten. 6. Der Film darf keine Waffengewalt oder Morde zeigen. 7. Zeitliche oder lokale Verfremdung ist verboten – d. h. der Film spielt hier und jetzt. 8. Es darf sich um keinen Genrefilm handeln. 9. Das Filmformat muss Academy 35 mm sein. 10. Der Regisseur darf weder im Vor- noch im Abspann erwähnt werden.
  14. Das war ich mit 12 …

  15. Mit 21 wollte ich zur Filmhochschule

  16. und wurde abgelehnt. ¯ \_( ) _/ ¯

  17. weitere 14 Jahre später:

  18. Lasst euch nie entmutigen. Lasst euch nie den Spass verderben.

    #immerweiterfehlermachen
  19. Das war (m)eine Geschichte. A. Alles Lüge B. Bestimmt gelogen

    C. Camembert (= alles Käse) D. Die Wahrheit E. Ein bisschen von allem
  20. Wann war meine Geschichte wahr? A. mit 12 B. mit

    21 C. mit 35 D. mit 40 E. jetzt?
  21. Wir erzählen (uns) immer Geschichten: 1. Stehen im Mittelpunkt der

    Erzählung. 2. Lassen uns im besten Licht erscheinen. 3. Lassen Unangenehmes lieber weg. Kamera Licht Schnitt Wir erfinden uns immer neu in der Gegenwart.
  22. Unser Gehirn ist schuld. Alles soll einen “Sinn” ergeben. Immer.

  23. Selbstversuch

  24. Was hat das mit Film zu tun? Die Antwort kennt:

    Lew Wladimirowitsch Kuleschow !
  25. None
  26. None
  27. None
  28. A. Hunger B. Durst C. Mist, ich bin mit dem

    Abspülen dran.
  29. A. Mir frieren gleich die Ohren ab. B. Junge, warum

    hast du nichts gelernt? C. Als ich so alt war, da waren unsere Bälle noch eckig!
  30. A. Hunger (denkt der Löwe!) B. Der will sicher nur

    spielen … C. Zuletzt habe ich mir 1981 in die Hosen gemacht.
  31. A. Ich Tarzan, du Jane. B. Heh, das ist meine

    Kamera! C. Ich hab keine Hosen an.
  32. Das bedeutet: 1. Wer ein Gehirn hat, sieht in allem

    einen Sinn. 2. Wir sind anfällig für Manipulation. 3. Trau keinem Film der jünger ist als du.* * Durch neue Technik geht auch immer einmaliges Filmwissen verloren.
  33. Welche Form sagt die Wahrheit: A. Spielfilme B. Dokumentarfilme C.

    Nachrichten D. Reportagen E. Live-Übertragung
  34. Auch dokumentarische Bilder können lügen. Filme erzählen immer Geschichten, keine

    Wahrheiten. Alles nur in deinem Kopf.
  35. Was kann man tun? 1. Genau hinschauen, misstrauisch sein, aber

    nicht paranoid werden. 2. “reverse engineering” 3. Sich selber daran versuchen Bilder zu machen, denen man vertrauen kann.
  36. Was werden wir tun? 1. Ein Team sein. Vielleicht sogar

    mehrere. 2. Ich lerne mit euch das Filmemachen noch einmal ganz von vorne. 3. Ist Film demokratisch, eine Diktatur, beides, oder noch etwas anderes?
  37. Bewegte Kamera braucht einen Rhythmus. Jeder hat einen eigenen Rhythmus,

    seinen “Wal”. Entdeckt den Wal in euch!
  38. Whale Rider (2002)

  39. … und jetzt kommt die Praxis. WBS-AGFA 07.10.2015